
Das war das zentrale Thema des Vor-Ort-Besuchs im Bündnis
‚Rassismuskritische KinderWelten‘ in Kassel, der am 28.08. stattfand.
Dieses Bündnis hat ein heikles Thema angepackt. Viele machen darum einen
Bogen und sprechen das Wort ‚Rassismus‘ in Kitas nicht an oder aus: aus
Sorge vor Konflikten; aus Sorge davor, die knappe Ressource ‚Fachkräfte‘
zu schonen und nicht vor den Kopf zu stoßen; aus Unsicherheit; aufgrund
fehlender Information oder Reflexion; aufgrund eines unrealistischen
Selbstbilds á la ‚Wir sehen keine Hautfarben – wir sehen nur Kinder.‘
All dies gab und gibt es in Kassel auch – aber die Bündnisakteur:innen
haben sich hier zum gemeinsamen Handeln entschieden. Dabei wurden viele
Themen bewegt: Wie kann die Vielfalt der Kinder auch in Büchern,
Spielmaterialen, Bildern, etc. im Kita-Alltag sichtbar werden? Welche
Geschichten und Lieder transportieren ein gleichwertiges Miteinander und
kommen ohne stereotype Darstellungen aus? Welche Reflexionsräume und
welche Informationen benötigen Kita-Fachkräfte? Wie können safe spaces
für schwarze Kinder und Kinder of Colour entstehen?
Dieser Prozess wurde von engagierten Eltern angestoßen, die mit ihrem
Anliegen bei Kita-Leitung und Träger auf offene Ohren gestoßen sind.
Dass diese Offenheit bestand, schildern die Eltern als eine positive und
bemerkenswerte Ausnahme, der viele gesellschaftliche Erfahrungen
gegenüber stehen. Hier haben Eltern die Kraft gefunden, ‚dran zu
bleiben‘: den Kindern zuliebe, für die in der Kita ein Raum entsteht, in
dem sie sich respektiert fühlen können.
Das Bündnis zeigt damit exemplarisch den enormen Handlungsbedarf, der
weit über Kassel hinausreicht; setzt aber auch ein positives Beispiel,
von dem man lernen kann, was durch Zusammenarbeit zwischen Eltern und
Institutionen erreicht werden kann.
Am Vor-Ort-Besuch waren Michael Schröter von der DKJS und Peter
Bleckmann von Welt:Stadt:Quartier beteiligt.
