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Welt:Stadt:Gezwitscher

Frühe Bildung

Gleich 3-fach war Dieter Assel, Mitglied des Vorstandes von Welt:Stadt:Quartier, auf Einladung unterschiedlicher Veranstalter in Sachen „Frühe Bildung“ als Moderator und/oder Impulsgeber unterwegs.

Am 30.10.2025 moderierte er zum Abschluss des bundesweiten Fachtages Situationsansatz, der in Zusammenarbeit von Regionalem Netzwerk Situationsansatz und Institut für den Situationsansatz an der Internationalen Akademie Berlin gGmbH in Weiterstadt (Hessen) stattfand, eine Talkrunde zum Thema „Gleichheit und Differenz: Inklusiv arbeiten ja! und wie?! Gemeinsam Verantwortung in Kita und Sozialraum übernehmen“

Zuvor hatte Katrin Macha – Direktorin im Institut für den Situationsansatz (ISTA) an der Internationalen Akademie Berlin gGmbH – die Teilnehmenden begrüßt und auf die Tagung eingestimmt. Danach waren in unterschiedlichen Arbeitsgruppen Fragen einer inklusiven Frühpädagogik unter unterschiedlichen Blickwinkeln von den ca. 120 Teilnehmenden diskutiert worden. Die Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Heike Hofmann sprach ein Grußwort.

Am 6.11.2025 war Dieter Assel Impulsgeber bei einer Bildungskonferenz des lokalen Bildungsbeirates der Stadt Viernheim (Hessen). In seinem Referat unter dem Titel „Die Funktion von Übergängen bei der Gestaltung von Präventionsketten“ beschrieb Assel Transitionen als entwicklungspsychologisch komplexe Wandlungsprozesse, die insbesondere Kinder (aber auch die anderen Beteiligten) beim Übergang zwischen den einzelnen  bildungsbiografischen Abschnitten zu bewältigen haben. Je besser dies gelänge, umso konsistenter könnten Bildungsverläufe positiv gestaltet werden. Er bezeichnete Übergänge als gestaltete „Brücken“ , die Kindern helfen die Chancen des Überganges optimal zu nutzen. Dazu bedürfe es gezielter konzeptioneller Gestaltung seitens der pädagogischen Fachkräfte.

Am 7.11.war Assel als Impulsgeber eingeladen zu einer Veranstaltung der „SPD-Frauen im Landkreis Darmstadt-Dieburg“ bei der insbesondere kommunale Mandatsträgerinnen aus den Kommunen des Landkreises anwesend waren.

Zusammen mit der Hessischen Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Heike Hofmann referierte er zum Thema „Kindertagesstätten der Zukunft – Herausforderungen und Lösungsansätze“.

Die Ministerin stellte zu Beginn zunächst das gerade veröffentlichte „Kita Paket 25“ der Hessischen Landesregierung für eine auch künftig qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung in Hessen vor. Dieses Paket folgt nach Aussage der Ministerin weiter dem Dreiklang aus Bildung, Betreuung und Bauen mit einem Bündel an Maßnahmen, mit dem Kinder gefördert, Kommunen und Träger unterstützt und die Fachkräfte vor Ort“ entlastet werden sollen. Grundlage für die Neuerungen sei die geplante Änderung des Hessischen Kinder- und Jugendgesetzbuchs, dass aktuell in den Landtag eingebracht wurde.

Assel verwies in seinem Beitrag – unter Einbindung einer retrospektiven Sicht – auf die aktuelle Krise des gegenwärtigen Systems früher Bildung in Deutschland. Er belegte diese Krise mit einer Vielzahl wissenschaftlich fundierter Faktoren. Fehlende Kita Plätze , Mangel an Fachkräften, mangelnde Abstimmung zwischen den Entscheidungsebenen, schlechte Rahmenbedingungen für die pädagogische Arbeit und Fluchttendenzen aus dem Beruf der Erzieher:innen kennzeichnen die Situation. Die Krise sei kein Zufall, sondern Ergebnis zu spät erkannten Notwendigkeiten, in frühe Bildung zu investieren. Dies sei deswegen fatal, weil frühe Bildung ein wichtiger sozial- und bildungspolitischer Faktor sei und zudem auch von hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung. Schnelle Lösungen seien nicht zu erwarten, sondern eine mehrstufige Strategie sei notwendig um zukunftsfähig zu werden. Mit der Krise umgehen – Krise überwinden und nachhaltige Sicherung der frühen Bildung sind aus Assel`s Sicht die Stufen. Dazu brauche es neben mehr Mitteln für den Ausbau von Kapazitäten, Qualifizierungsoffensiven zur Fachkräfterekrutierung und Bildung und einheitliche bundesweite Rahmenstandards für den Betrieb von Einrichtungen.

Die Zukunft der frühen Bildung sieht Assel in einer kommunal gesteuerten Integration der Kitas in ein präventives Gesamtsystem von Bildung, Betreuung und Erziehung. Dazu sei eine Öffnung in den Sozialraum ein erster wesentlicher Schritt.

Er hoffe, dass der Gesetzgeber das gute Kita Gesetz sehr schnell weiterentwickele und das vorgesehene Qualitätsentwicklungsgesetz bald umgesetzt werden könne, ergänzt durch das in den Koalitionsvereinbarungen verabredete „Startchancenprogramm für Kitas“.